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Dein grösster Wasserspeicher ist kein Glas

Dein grösster Wasserspeicher ist kein Glas

9. August 2026
3 Min. Lesezeit
Julian Massler
Gestern war Street Parade. Warum ein solcher Tag manche härter trifft als andere – und was Muskeln damit zu tun haben.

Gestern zog die Street Parade durchs Seebecken, bei über 30 Grad und elf Stunden Bewegung. Heute greift die halbe Stadt zur Wasserflasche. Der interessantere Teil daran ist aber nicht, was Du trinkst – sondern was Du gespeichert hast.

Wasser ist kein Getränk. Wasser ist Infrastruktur. Und der grösste Speicher dafür in Deinem Körper ist nicht Dein Magen, sondern Deine Muskulatur.

1 · Was an so einem Tag wirklich passiert

Bei Hitze und Dauerbewegung kann die Schweissrate über zwei Liter pro Stunde erreichen. Über einen langen Nachmittag summiert sich das auf eine Menge, die kaum jemand nebenbei nachtrinkt.

Dazu kommt der Teil, den die meisten falsch einordnen: Alkohol hemmt das antidiuretische Hormon Vasopressin. Damit fällt genau der Mechanismus aus, mit dem Deine Niere sonst Wasser zurückhält. Du scheidest mehr aus, als Du zuführst.

Und dann die 2-Prozent-Schwelle. Die ist erstaunlich schnell erreicht: Bei 75 Kilogramm reichen anderthalb Liter Defizit, damit Kraft, Ausdauer und Kopf gleichzeitig nachlassen.

2 · Der Speicher, an den niemand denkt

Dein Körper besteht zu rund 60 Prozent aus Wasser – aber es liegt nicht gleichmässig verteilt. Muskelgewebe besteht zu etwa 75 Prozent aus Wasser. Fettgewebe nur zu rund 10 Prozent.

Dehydration ist damit auch eine Frage der Körperzusammensetzung. Nicht nur eine Frage der Disziplin beim Trinken.

Das ist übrigens einer der Gründe, warum wir Muskulatur nie als Optikthema behandeln. Muskel ist ein Organ. Er speichert Wasser, Glykogen und Aminosäuren, er reguliert Deinen Blutzucker mit, und er entscheidet darüber, wie robust Du gegen Belastungen von aussen bist.

3 · Kreatin: Wasser in die Zelle, nicht unter die Haut

Kreatin ist osmotisch aktiv – es zieht Wasser aktiv in die Muskelzelle hinein. Der Zuwachs landet also innerhalb der Zellen, in der Grössenordnung von zwei bis vier Prozent des Gesamtkörperwassers.

Wer Kreatin nimmt, ist an einem heissen Tag also nicht schlechter dran. Eher im Gegenteil.

Wir wünschen Dir einen ruhigen Sonntag – mit einem Glas Wasser in Reichweite.

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